Teil 1: Leaky Gut – Wenn der Darm undicht wird
Ein gesunder Darm ist wie ein gut geschütztes Tor – er entscheidet, was in unseren Körper gelangt und was draußen bleibt. Wird diese Darmbarriere jedoch durchlässig, können unverdaute Nahrungsbestandteile, Bakterien und Giftstoffe in den Blutkreislauf gelangen. Dieses Phänomen nennt man Leaky-Gut-Syndrom oder erhöhte Darmpermeabilität.
Leaky Gut und stille Entzündung – Teil 1: Wenn der Darm undicht wird
Wie entsteht ein Leaky Gut?
Die Darmschleimhaut ist von einer Schicht sogenannter Tight Junctions umgeben – winzige „Dichtungen“, die zwischen den Zellen sitzen. Sie sorgen dafür, dass nur Nährstoffe passieren können.
Wenn diese Strukturen beschädigt werden, entsteht eine Art „Mikro-Leck“. Typische Auslöser sind:
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Dauerhafter Stress (erhöht Cortisol und schwächt die Schleimhaut)
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Ungesunde Ernährung (z. B. Zucker, Alkohol, Transfette)
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Antibiotika und Medikamente (z. B. Schmerzmittel, Protonenpumpenhemmer)
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Darmdysbiose – ein Ungleichgewicht der Darmflora
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Nahrungsmittelunverträglichkeiten oder chronische Infektionen
Diese Faktoren führen zu einer Entzündung der Darmschleimhaut, die wiederum die Barriere weiter schwächt – ein Teufelskreis beginnt.
Welche Folgen hat ein undichter Darm?
Wenn Stoffe in den Blutkreislauf gelangen, die dort nichts zu suchen haben, reagiert das Immunsystem mit stiller Alarmbereitschaft. Es bildet Antikörper und Entzündungsbotenstoffe.
Diese führen zu niedriggradigen, stillen Entzündungen – unauffällig, aber dauerhaft aktiv.
Mögliche Symptome:
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Blähungen, Durchfall oder Verstopfung
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Hautprobleme (Akne, Rosazea, Ekzeme)
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Müdigkeit, Brain Fog, Stimmungsschwankungen
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Gelenkbeschwerden
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Reizdarm oder Nahrungsmittelunverträglichkeiten
Diese Reaktionen entstehen schleichend – oft über Jahre – und werden daher selten mit dem Darm in Verbindung gebracht.
Leaky Gut – die Wurzel vieler Zivilisationskrankheiten?
Neue Studien zeigen, dass eine gestörte Darmbarriere mit Autoimmunerkrankungen, Depressionen, ADHS, Übergewicht, Hashimoto oder chronischer Müdigkeit in Zusammenhang stehen kann.
Die Forschung spricht hier von „Silent Inflammation“, also stillen Entzündungen, die den Körper langfristig belasten.
👉 Im zweiten Teil erfährst du,
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wie stille Entzündungen im Körper ablaufen,
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welche Blutwerte Hinweise liefern,
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und wie du mit Ernährung, Mikronährstoffen & Darmaufbau deinen Körper regenerieren kannst.
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